Cannabis, Musik und Gehirn

Die Entdeckung eines endogenen Cannabinoidrezeptoren und Neurotransmittersystems in Gehirn und Immunsystems gehörte zu einer der großen Entdeckungen im vergangenen Jahrzehnt des Gehirns und führte zu einer Vielzahl von Veröffentlichungen über die wissenschaftlichen Grundlagen.

Für die psychiatrische Praxis erwuchsen daraus neue Forschungsperspektiven welche insbesondere in der Schizophrenieforschung (derzeit Forschungen in Hannover und Köln), beim Tourettesyndrom und in der Behandlung von Seh- und Essstörungen viel versprechende Behandlungsansätze beforscht werden. Die neuroprotektiven Wirkungen von Cannabinoiden werden für die Behandlung von Alterserkrankungen (Alzheimer, Demenz) erforscht und insbesondere die zellschützenden Eigenschaften werden in der onkologische Forschung als präventive und stützende Maßnahme diskutiert und intensiv erforscht.

Eine sehr bekannte Auswirkung von Cannabis ist die auf die auditorischen Funktionen, welche insbesondere in der populären Musikkultur Einfluss auf die Hörer und die Aufführungspraxis und kreative Arbeit von Musikern hat. Dies sorgte in der Vergangenheit für attribuierende Schlagzeilen, welche zu einer Diskreditierung und einem Negativ-Image des unreflektiert subkulturell Gebrauchs von Cannabis führte.

Die neurophysiologischen Hintergründe der funktionalen Auswirkungen von Cannabis auf die Musikwahrnehmung wurden von Fachner in einer ausführlichen EEG-Brainmappingstudie in ihren Grundlagen erforscht und bilden eine Brücke, welche die Konsumpraxis unter besonderer Berücksichtigung von Set und Setting in ihrem lebensweltlichen Kontext bildgebend neurophysiologisch korrelieren. Die vorhandenen Erkenntnisse drängen zu einer Vertiefung und einer breiteren empirischen Überprüfung.